Alles Gute kommt von oben Teil 3

03 07 2007 misc

So, nun nach etwas Verspätung die Fortsetzung von Teil 1 und Teil 2, meines erste Tandem-Fallschirmsprunges:

T + 50 Sekunden: Frank klopft mir ein zweites Mal auf die Schulter. Das heißt, dass wir jetzt ca. 2500 km gefallen sind und er den Hauptschirm öffnen wird. Ich weiß nicht wie stark der Ruck sein wird, der mich jetzt erwartet und nehme meine Arme lieber wieder an dem Körper...


Dann kommt der Ruck auch schon: War eine recht sanfte Öffnung (soweit ich das Beurteilen kann).

T + 2 Minuten: Es
ist totenstill, ganz leicht hört man Windgeräusche an der Kappe (dem
Fallschirm). Das ist ungefährt so, wie wenn du mit 200 Sachen in einem
Cabrio auf der Autobahn fährst und dann innerhalb von 2-3 Sekunden in
den Wald abbiegst und anhälst. Frank weist mich auch noch persönlich
darauf hin, dass der Schirm sind ordnungsgemäßg geöffnet hat. Er
orientiert sich kurz. Wir sind sehr nah an der Dropzone, ideal quasi.
Die gefährlichste Phase des Sprunges ist damit aber nicht überstanden.
Laut einer Studie verletzen sich ca. 80% der Springer bei der Landung.

T + 3 Minuten: So
jetzt darf ich auch mal lenken. Ich greife in die Schlaufen und steuere
recht zaghaft den Schirm. Zu zaghaft für meinen Tandem-Master. Er
greift mit ein und zieht links kräftig runter, wir machen einen 360 -
geil!

T + 5 Minuten: Frank übernimmt wieder "die Zügel".
Man landet immer/am Besten gegen den Wind. Wir fliegen downwind (mit
dem Wind) parallel zur Dropzone. Wichtig für mich: Beine hochnehmen,
sonst kann man die sich auch schon mal verstauchen oder brechen. Also
halte ich schön meine Beine hoch.

T+ 6 Minuten: Wir setzen
zum Landanflug an. Es geht nochmals schnell die letzen Meter hinunter,
dann zieht Frank kurz über dem Boden volles Programm an beiden Leinen
und wir setzen nach kurzer GleitRutschphase jeder mit seinem Gluteus Maximus
auf dem Boden auf. Da sitze ich nun auf dem Boden. Wenn ich nach oben
sehe, kann ich es fast nicht glauben, dass ist vor gut 6 Minuten auf
4000m Höhe abgesprungen bin. Überwältigend!!! Frank gratuliert mir zu
meinem ersten Tandemsprung. Dann gehen wir zurück zum Hangar. Die Mädlz
von Incognito (der RW-Gruppe; RW= Relative Work, RW ist quasi
Formationssprung) sind bereits vor uns gelandet und schauen im
Videoraum ihren letzten Sprung an.

Dann darf ich den Strapler
Sprunganzug wieder abgeben und erhalte eine Urkunde. Zudem muss ich
noch unterschreiben, dass ich mich nach dem Sprung gut fühle und mir
Nichts fehlt, was ich tatsächlich bestätigen kann. Es ist fast ein
wenig enttäuschend wieder auf der Erde zu sein, hier unten ist alles so
normal. Naja, wir müssen erst mal wieder heim. Das fette Grinsen im
Gesicht nehme ich noch ein paar Tage mit. Das war sicher nicht das
letzte mal!


Es ist schwer das alles richtig zu verarbeiten was da passiert ist. Das kommt erst nach und nach...wie ich noch merken sollte:

T + 8:
Ich wache auf - vor Angst! Im Schlaf und beim Träumen verarbeitet man
die Erlebnisse des Tages und da hat mein Unterbewusstsein heute einiges
zu tun. Mir wird klar wie gefährlich das alles war, was alles passieren hätte können und es scheint als
käme all die Angst in mir hoch, die heute Mittags nicht da war. Kein
gutes Gefühl, aber mir kann Nichts mehr passieren, ich bin wieder am
Boden. 2 Stunden das Gleiche nochmal! Am nächsten Tag herrscht wieder
Grinsen in meinem Gesicht!

Die Skydive-Nuggets in Leutkirch kann ich euch, wenn ihr auch mal springen wollt, wärmstens empfehlen. Ein Gruß auch noch an den Skydive-Bobbel!

ALWAYS BLUE SKIES!




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Comments

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06 07 2007
#1 Tek (Reply)

hammer geil geschrieben richi, glaub du hast auch nix vergessen. Ah ausser "wir haben den himmel gefickt!"
10 07 2007
#1.1 Richie (Reply)

hehe danke. Das hab ich ned vergessen, das hab ich rausgelassen, wenn das die Presse liest :-)

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